Am Platzenberg 20

Einrichtungen der Kräutermühle zur Herstellung von Pappdeckeln (Kollergang und Holländer, Formatwalze). Die Einrichtungen wurden nach Einstellung der Produktion 1976 in den 80er Jahren vom Vortaunusmuseum erworben.

Der Name der Mühle hat wahrscheinlich nichts mit dem Mahlen von Kräutern zu tun, sondern ist durch den Flurnamen „Im Kräuter“ zu erklären. Hier gab es außerhalb des Dorfes auf gut feuchtem Grund viele Gemüsegärten der Bauern. Weit entfernt vom Wohnhaus bauten sie Gemüsearten an, die nur wenig Pflege benötigten.
Der ursprüngliche Mühlenname war „Walkmühle“. In Walkmühlen wurden Gewebe und gewirkte Stoffe oder gestrickte Strümpfe durch Stoßen, Strecken und Pressen gereinigt und an der Oberfläche verfilzt, um sie dichter und geschmeidiger zu machen. Auch Weißgerber nutzten Walkmühlen für die Bearbeitung von feinem Leder.

Geschichte der Mühle:

1750
Erwähnung der „Walkmühle“ im Besitz der Homburger Familie von Creutz.

1775 
Der Strumpfweber Abraham Marx wird als Betreiber der Walkmühle genannt.

1798
Die Witwe Creutz verkauft die Mühle an den Homburger Schultheißen Bruere.

1806 
Die Homburger Strumpffabrik Schudt & Co. ersteigert die Walkmühle.

1824 
Schudt verkauft die Mühle an Wilhelm Hein, der sie als Mehlmühle einrichtet.

1840
Hein wandelt die Mühle in eine Pappdeckelmühle um.

1874
Gottlieb Bender kauft die Mühle und erzeugt weiterhin Pappdeckel. Die Tagesproduktion erbringt 250 kg getrocknete Pappe.

1945
Die Herstellung von Pappdeckeln wird eingestellt. Die Familie Bender und ihre Nachfahren besitzen die Mühle bis heute.

 

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